Wirtschaftsupdate | Stand: 9. Oktober 2026 | ELKS Kabel GmbH
Eine Baustelle wartet nicht auf einen günstigeren Kupferpreis. Eine Produktionslinie wartet nicht auf die nächste Konjunkturprognose. Und ein zugesagter Inbetriebnahmetermin verschiebt sich nicht automatisch, weil Material später eintrifft.
Genau darin liegt die Herausforderung für die Schweizer Kabelbranche im Herbst 2026: Die Wirtschaft erholt sich, doch Einkauf, Kalkulation und Lieferplanung bleiben anspruchsvoll. Für Elektroinstallateure, Maschinenbauer und Infrastrukturunternehmen zählt deshalb eine Frage besonders:
Wie sichern wir das passende Kabel zum richtigen Zeitpunkt und mit nachvollziehbaren Kosten?
Die wichtigsten Punkte: Die Erholung ist ungleich verteilt. Energie und Rohstoffe bleiben relevante Kostenfaktoren. Und eine früh abgestimmte Beschaffung kann helfen, Terminrisiken zu begrenzen. Die folgenden Empfehlungen sind unsere fachliche Einordnung der verlinkten Wirtschaftsdaten.
Das SECO hat seine Prognose am 17. September angehoben. Für 2026 erwartet die Expertengruppe ein Wachstum des sporteventbereinigten Bruttoinlandprodukts von 1,7 Prozent, für 2027 von 1,6 Prozent. Gleichzeitig warnt sie vor Energiepreisrisiken und handelspolitischer Unsicherheit. Ein erheblicher Teil des kräftigen Wachstums im zweiten Quartal entfiel auf die chemisch-pharmazeutische Industrie.
Quelle: SECO, Konjunkturprognose vom 17. September 2026
Für die Kabelbeschaffung bedeutet das aus unserer Sicht: Eine positive Gesamtprognose ersetzt keine Einschätzung der eigenen Kunden und Projekte. Ein Maschinenbauer kann unter Preisdruck stehen, während ein Infrastrukturprojekt bereits verbindliche Liefertermine verlangt.
Swissmem zeigt diese Unterschiede deutlich. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Auftragseingänge der Schweizer Tech-Industrie um 12,1 Prozent. Die Umsätze der KMU gingen dagegen um 3,8 Prozent zurück. Der Auftragsanstieg wurde zudem durch die tiefe Vergleichsbasis des Vorjahres begünstigt.
Quelle: Swissmem, Branchenbericht vom 24. August 2026
Unsere Einordnung: Wer knappe Margen schützen möchte, sollte Materialkosten, Bestellzeitpunkt und Projektabrufe gemeinsam planen. Eine günstige Offerte hilft wenig, wenn eine fehlende Leitung später Montagepersonal oder Maschinen stillstehen lässt.
Kupfer und Aluminium sind zentrale Leiterwerkstoffe. Ihr Preis ist jedoch nur ein Teil der Kabelkalkulation. Auch Isolationsmaterialien, Verarbeitung, Energie, Transport und technische Anforderungen beeinflussen den Endpreis.
Die Internationale Energieagentur erwartet in ihrem 2025 veröffentlichten STEPS-Szenario einen Anstieg der weltweiten Kupfernachfrage von rund 26,7 Millionen Tonnen 2024 auf 31,3 Millionen Tonnen 2030. Diese langfristige Projektion ist keine Vorhersage des Kupferpreises im nächsten Monat.
Quelle: IEA, Copper, Global Critical Minerals Outlook 2025
Für den Einkauf ist deshalb entscheidend, was konkret vereinbart wurde:
Vergleichen Sie Angebote auf derselben Grundlage. Zwei Meterpreise können unterschiedlich kalkuliert sein und dadurch einen falschen Eindruck vermitteln.
Die SNB berichtet in ihren Konjunktursignalen für das dritte Quartal 2026 von gestiegenen Transportkosten und einer weiterhin leicht erschwerten Beschaffung. Bei einigen erdölbasierten Produkten und elektronischen Komponenten bestehen längere Lieferfristen.
Das belegt keinen allgemeinen Kabelengpass. Es zeigt aber, weshalb Unternehmen Lieferannahmen regelmässig überprüfen sollten.
Unsere Empfehlung: Klären Sie für terminrelevante Kabel frühzeitig den konkreten Bestand, mögliche Produktionszeiten und die Voraussetzungen einer Reservation. Stimmen Sie Teillieferungen mit dem Baufortschritt ab. Technische Alternativen sollten vor einer Bestellung durch die zuständige Fachplanung freigegeben werden.
Gerade bei Schleppkettenleitungen, geschirmten Datenleitungen oder projektspezifischen Energiekabeln genügt ein ähnlicher Querschnitt nicht. Bewegungsanforderungen, Schirmung, Temperaturbereich und Einsatzumgebung müssen zur Anwendung passen.
Die Energiewende benötigt leistungsfähige Netze. Die IEA beschreibt in ihrem Bericht von Februar 2025 steigenden Druck auf die Lieferketten für die Übertragungsnetzinfrastruktur. Neben Bewilligungsverfahren können Kabel, Transformatoren und weitere Komponenten Projekte verzögern.
Der Geltungsbereich ist wichtig: Der Bericht behandelt Übertragungsleitungen mit Spannungen über 66 Kilovolt. Seine Aussagen lassen sich nicht pauschal auf Installationsleitungen oder das gesamte Schweizer Kabelsortiment übertragen.
Quelle: IEA, Building the Future Transmission Grid, 2025
Für unsere Branche liegt darin eine langfristige Chance. Unsere Schlussfolgerung für konkrete Projekte lautet: Technische Abklärungen, Mengenplanung und Beschaffung sollten früh zusammengeführt werden, statt erst kurz vor der Installation zu beginnen.
Für Elektroinstallation, Automation und Infrastruktur empfehlen wir fünf praktische Schritte:
Die Wirtschaftslage am 9. Oktober 2026 bietet Anlass für vorsichtigen Optimismus. Für die Kabelbranche entsteht Planungssicherheit jedoch erst, wenn technische Auswahl, kaufmännische Bedingungen und Liefertermine zusammenpassen.
Planen Sie ein Projekt in der Elektroinstallation, im Maschinenbau oder in der Energieinfrastruktur?
Besprechen Sie Ihren Kabelbedarf frühzeitig mit ELKS Kabel GmbH. Gemeinsam lassen sich Anforderungen, Verfügbarkeit und Liefermöglichkeiten für Ihr Vorhaben klären.